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Museumsneubau Tübingen

Die Fotoausstellung „ZwischenRäume – Leinwand für Heimat“ von Steffen Hampe im Justizzentrum Gelsenkirchen im Rahmen der Szeniale 2024 interpretierte das Thema Zwischenräume.

Das Neue Kunstmuseum Tübingen

Der Start eines Neubauprojekts ist oft mit einer Mischung aus Spannung und Unvorhersehbarkeiten verbunden. Mit jedem Spatenstich tauchen neue Fragen auf: Wie wird das fertige Gebäude aussehen? Welche Rolle wird es in der Kulturlandschaft spielen? Und wie können die Visionen, die hinter solch einem Projekt stehen, Wirklichkeit werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, haben wir mit Bernhard Feil, dem Gründer des Neuen Kunstmuseums Tübingen (NKT), gesprochen.

Das NKT, das am 8. März 2025 von den Geschäftspartnern Bernhard Feil und Stephen Hamann eröffnet wurde, ist ein beeindruckendes Beispiel für den Erfolg einer Vision. Der lichtdurchflutete Neubau in der Schaffhausenstraße 123 wurde sofort zum Besuchermagnet. Die Premieren-Ausstellung „Udo Lindenberg – Panik in Tübingen“ lockte rund 60.000 Besucher aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an und unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung des neuen Hauses in der deutschen Museumslandschaft. Großen Zuspruch fanden auch die nachfolgende Jubiläumsausstellung des Cartoonisten Peter Gaymann – „Lachen in verrückten Zeiten“ sowie die erste NKT-Fotoausstellung „Anne Geddes – Until Now“.

© Michael Kless, ArtProducer

Mit der Geddes-Ausstellung wurde Tübingen zur weltweit einzigen Bühne, die mit musealem Anspruch das Lebenswerk dieser großartigen Fotografin präsentieren konnte. Die gebürtige Australierin lebt und arbeitet seit vielen Jahren in New York.

„Unser Neues Kunstmuseum Tübingen ist ein Forum der zeitgenössischen Kunst und eine Begegnungsstätte für alle Kunst- und Kulturinteressierten“, sagt Bernhard Feil, der Leiter des NKT. „Mit publikumsattraktiven Ausstellungen und einem umfangreichen und prominent besetzten Kulturprogramm inklusive Talkshows (z.B. „Gysis Begegnungen“), Gesprächen mit z.B. Fran Lebowitz und Gero von Boehm, Vorträgen wie ’Kulturköpfe‘ und Live-Acts haben wir das NKT binnen weniger Monate als eine feste Kulturgröße im Südwesten der Republik etabliert.“

„Anlässlich des 75. Geburtstags von James Rizzi (1950 – 2011) am 5. Oktober 2025 zeigen wir mit der Ausstellung ’Home Away From Home‘ das einzigartige Lebenswerk dieser New Yorker Pop-Art-Legende und geben mit der zeitgleichen Eröffnung seines früheren Ateliers – mit vielen Orginal-Möbelstücken und Kunstwerken – aus Soho/Manhattan diesem im NKT ein neues und bleibendes Zuhause.“

© Michael Kless, ArtProducer

Die eigentliche Funktion eines Museums sei es, in die Gesellschaft hineinzuwirken, meint Volker Kirchberg, Professor für Soziologie an der Leuphana-Universität Lüneburg. Er trifft damit genau den „Markenkern“ des NKT. „Wir wollen Kunst und Kultur für alle Altersgruppen und sozialen Schichten in jeder Hinsicht barrierefrei zugänglich machen.“

In Deutschland gibt es rund 7.000 Museen, davon widmet sich etwa ein Zehntel der Kunst und Kultur. Viele beflügeln den örtlichen Tourismus und sind ein Standortfaktor für Unternehmen. Das NKT kooperiert von Anfang an mit den städtischen Institutionen und Kultur-Einrichtungen und baut diese Kooperationen fortlaufend zum Nutzen aller aus.

„Das NKT ist komplett privatfinanziert. Angesichts des aktuell großen Spardrucks in fast allen Kulturbereichen wollen wir mit unserem Museum ein Zeichen setzen, dass auch ohne öffentliche Gelder ein wirtschaftlicher Erfolg in der Präsentation, der Vermittlung und dem Diskurs von Kunst und Kultur auf höchstem Niveau möglich ist“, sagt Bernhard Feil. „Schon in diesem Jahr erwarten wir den hunderttausendsten Besucher. Und 2026, prognostizieren wir, werden es dank weltbekannter Künstler, die im NKT ihre Werke zeigen, mehr als 150.000 sein.“

© Michael Kless, ArtProducer

Darüber hinaus ist das NKT auch eine Bühne für Talente und Nachwuchskünstler, bietet attraktive Programme für Schulen und ist bei Ausstellungen und Veranstaltungen offen für lokale, regionale und bundesweite Kooperationen.

„Unser markanter Quader, der als kühne, zweistöckige Konstruktion aus Stahl und Glas in ökologischnachhaltiger Bauweise und mit modernster Technik vom Eisele-Architektur-Büro in nur 14-monatiger Bauzeit über den Bestandsgebäuden der Galerie und Kunsthandelsfirma Art 28 errichtet wurde, ist das kulturell wie touristisch neue Highlight der Universitätsstadt Tübingen.“

Der auch architektonisch offene und transparente Zugang zu Kunst und Kultur spielte von Anfang an in den Überlegungen der Initiatoren und bei der Konzeption des Museums eine große Rolle. Die gezeigte Kunst wird zudem in die Lebenswelten der Künstler eingebettet.

„So wie das soziale und örtliche Umfeld der Künstler ihre Werke beeinflusst, so sehen wir auch das NKT mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen in einem ständigen Austausch und Diskurs mit der Stadt und ihren Bewohnern und Besuchern“, so Bernhard Feil.
Bei den Ausstellungen und dem Kulturprogramm setzt das NKT auf die modernsten technischen Präsentationsformen. Ein eigenes Kino mit großer LED-Wand, Info-Displays, attraktive Audioguides und ein schnelles und einfaches Ticket-System sowie diverse Präsentationsforen im Internet und auf Social Media ergänzen das Angebot, das auch begleitende Print-Produkte wie Ausstellungskataloge umfasst.

„Bei der Präsentation von Kunst gehen wir keinerlei Kompromisse ein“, sagt Feil. „Das zeigt sich z.B. auch bei den Bilderrahmen. Hier arbeiten wir bereits seit 20 Jahren mit HALBE zusammen. Wir schätzen deren Flexibilität und deren hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Über 50.000 Bildern unserer Künstler hat HALBE bereits den passenden Rahmen verliehen. Bei Anne Geddes waren sogar alle 150 ausgestellten Fotos von HALBE umrahmt.“

Um den so komplexen wie anspruchsvollen Museumsneubau in nur 14 Monaten punktgenau errichten zu können, waren zahlreiche und fast tägliche Hürden und Herausforderungen zu meistern, erzählt Bernhard Feil im Rückblick. „Da musste man schon die ganze Zeit auch selbst vor Ort sein“.

© Michael Kless, ArtProducer
© Michael Kless, ArtProducer

Das Ergebnis zeigt: Der Einsatz hat sich gelohnt. Und das Konzept des NKT als eine weltoffene Begegnungsstätte für Kunst und Kulturinteressierte übertrifft schon im Eröffnungsjahr bei weitem die Erwartungen. „Großartige Exponate und glückliche Besucher – beides ist gleichermaßen unser Anliegen“, sagt Feil.

Feil besitzt bedeutende Sammlungen von Otmar Alt, Janosch und James Rizzi. Rizzi hat sein Verständnis von Kunst einmal so ausgedrückt: „The Best Art is a Good Heart“, „Die größte Kunst ist es, ein gutes Herz zu haben“. Nach diesem Motto lebte und arbeitete dieser zeitlos aktuelle Weltstar der Popkultur. Sein Motto ist auch das des NKT. Und da passt es gut, dass ab 5. Oktober hier Rizzis Atelier für immer ein Zuhause hat.

Neues Kunstmuseum Tübingen (NKT)
Schaffhausenstraße 123
72072 Tübingen
www.n-k-t.de

Titelbild: © A. Lieventhal, NKT

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